Als ich mich auf den Weg machte, um ein altes Leben zu begleiten, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet. Das war auch gut so, sonst hätte ich es nämlich nie getan. Und jetzt bin ich froh, mich auf diesen Weg gemacht zu haben.  Ein Zurück gibt es nicht mehr.

Ich lebe mit einem 85-Jährigen Mann zusammen. Das ist die Kurzfassung.

Die Lange: Ich betreue einen alten Mann, dafür wohne ich in seiner Wohnung. Wir leben also in einer WG mit vollem Programm: gemeinsames Bad, gemeinsame Küche und ich betüddel ihn Nachmittags bis spät in den Abend hinein. Um die Geschichte etwas spannender zu machen: All das spielt im spanischen Norden, in der Gegend „El Bierzo“. Und ich komme so mit A2-Spanischkenntnissen und zuviel Gepäck irgendwo in Kastillien an.

Mit dieser Konstellation ist zugleich auch das Kräfteverhältnis zwischen mir, der 38-Jährigen und dem gebrechlichen alten Mann auf wundersame Weise von der Fügung, wie sie ein Reisender oft erlebt, hergestellt worden. Wir beide sind innerhalb dieser Zusammenkunft beschränkt: Er körperlich und ich sprachlich.

Das ist unser Startpunkt.

 

 

 

 

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